Software and stuff

Thu Jun 25 2015

    • [l] Beim Aufräumen habe ich hier gerade ein Essay über Softwareentwicklung gefunden, das ich im November 2014 geschrieben habe. Ich kann mich gerade nicht erinnern, wofür das war, aber es scheint nicht im Internet angekommen zu sein. Daher publiziere ich das jetzt halt mal hier:

      Ich habe früh in meinem Leben mit Softwareentwicklung angefangen. Ich erinnere mich noch, wie ich in den 80er Jahren Weihnachtslieder in GW-BASIC programmiert habe, und eine sehr coole Benutzeroberfläche gebaut habe, bei der man mit den Pfeiltasten in einem Menü herumnavigieren konnte. Auf unserem Monochrom-Bildschirm in 80×25 sah das verdammt cool aus. Viel cooler als ein Großteil der anderen Software, die wir so im Einsatz hatten.Damals wie heute nagte der Gedanke in mir, irgendwo könnte das irgendjemand irgendwo besser können als ich. Also nicht im Sinne von: Der hat mehr Zeit investiert und mehr Erfahrung und ist daher effizienter. Nein. Besser im Sinne von: Wenn der sähe, wie ich hier herumkrautern muss, um zu meinen Ergebnissen zu kommen, dann würde der ein lautes Lachen nur mit Mühe unterdrücken können. Besonders ausgeprägt ist diese Befürchtung immer in Verbindung mit Rock-Star-Firmen und mit Weltkonzernen, deren Software eine markführende Position besetzt. Ich will das mal konkret machen. Wenn ich mich mit Google treffe und über Suchmaschinenprogrammierung rede, dachte ich, dann würden die gar nicht verstehen, wovon ich rede, weil das für die wäre als würden sie sich mit einer Ameise unterhalten. Oder, so die Annahme, mit VMware könnte ich gar nicht über Hypervisor-Programmierung reden, weil die da ja wahrscheinlich auf einem so viel höheren Niveau ein Verständnis aufgebaut haben, dass ein Gespräch mit jemandem wie mir für die keinen Sinn ergeben würde. Nun hat es sich ergeben, dass ich beruflich Software auf Sicherheitslücken absuche. Ich gehe zu großen Firmen, die zeigen mir ihren Quellcode, und ich zeige ihnen dann, wo sie Dinge falsch machen. Wie viele Menschen in dem Beruf habe ich das Impostor Syndrome, d.h. ich befürchte regelmäßig, dass gleich jemand erkennt, dass ich gar keine Ahnung von der hier gefragten Wissens-Domain habe, und dann entfernt mich die Security aus dem Gebäude. Einen besonders krassen Fall von Impostor Syndrom hatte ich, als ich das erste Mal bei Microsoft Windows auditiert habe. Die hatten auch keine Ahnung, wie man sowas macht, und wen man da ranlässt, und hatten daher ein vergleichsweise weites Netz geworfen, um potentielle Auditoren zu finden. Ich für meinen Teil hatte so gut wie keine Erfahrung mit Windows. Ich hielt das für einen Irrtum, dass die mich da hin geholt hatten. Und dann geschah das Wunder von Redmond. Ich setze mich hin, gänzlich ohne Domain Knowledge, und fand mehr Bugs als die ganzen Leute mit Domain Knowledge. Wie sich rausstellt, ist Domain Knowledge überbewertet. Und Microsoft war sich dessen stärker bewusst als ich.Aber diese Gedankengänge verfolgen mich bei allen Kunden. Was macht Microsofts GUI-Zeug zum Marktführer? Gibt es da irgendwas, was die besonders großartig machen? Wie funktioniert das Memory Management von Windows? Hat der Hypervisor von VMware ESX im Vergleich zu Xen Roswell-Technologie im Einsatz? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Oracle und MySQL? Ist das wirklich so ein immenser Abstand?

Gelegentlich ergibt sich die Gelegenheit, mit einigen wichtigen Leuten mal ein Bierchen trinken zu gehen. Ich nutze sowas konsequent, weil es mein Weltbild enorm erweitert hat über die Jahre.

Einige der gewonnenen Einsichten möchte ich gerne mit euch teilen. Bei allen großen, wichtigen, Weltprodukten, bei denen ich eine Einsicht in diesen Aspekt gewinnen konnte, war das anfangs mal ein Hack von drei Leuten. Also wörtlich jetzt. Drei Leute ist die typische Größe, mit der man großartige Produkte bauen kann. Wenn wir nur von einem Aspekt reden, der am Ende die Großartigkeit des Produktes zementiert hat, ist es häufig gar nur einer. Der 32-bit-Support von Windows 95 geht auf einen Typen zurück, der das Manual von Intel auf dem Schreibtisch hatte (das konnte man sich damals für fast lau per Post ordern oder gratis als PDF runterladen), und der die entsprechenden Absätze gelesen hatte, und der sich dachte, hey, das implementiere ich doch mal.

Der schönste Spruch in diese Richtung kam von einem Datenbank-Hersteller. “Wenn wir damals Datenbank-Leute eingestellt hätten, wären die großartig darin gewesen, uns zu sagen, warum soundso nicht geht. Daher haben wir Nicht-Datenbank-Leute eingestellt, und die haben dann einen Weg gefunden.”

In meiner Erfahrung ist der größte Motivator in der Softwareentwicklung die Gewissheit, dass etwas substantiell besser geht. Eine schöne Anekdote dazu hörte ich vor einer Weile. Da ging es darum, dass ein Software-Hersteller mit einer Uni zusammenarbeitete, und die hatten eine coole Idee und die auch umgesetzt im Rahmen einer Forschungsarbeit, und die blies alles aus dem Wasser, was es in dem Feld gegeben hatte. Der Hersteller hat daraufhin sein eigenes Team an einen Tisch geholt, wieder mal die fast sprichwörtlichen drei wirklich fitten Leute, und hat denen gesagt: implementiert das mal. Ihr habt das nicht erfunden, daher erwarten wir nicht, dass euer Prototyp diese Uni-Lösung outperformed, aber zumindest bis auf 50% solltet ihr rankommen. Die drei fitten Leute sind losgezogen und haben einen Prototypen gehackt, und hatten offensichtlich eine völlig falsche Vorstellung davon, welche Baseline sie erreichen müssen. Als sie ein paar Wochen/Monate gehackt hatten, und ihren Prototypen zeigten, und jemand den gegen das Uni-Ding auf gleicher Hardware benchmarkte, war der nicht etwa 50% langsamer sondern über 50% schneller.

Niemand geht los, um langsame Software zu schreiben. Aber auf dem Weg brechen viele Leute ab, weil ihnen gesagt wird, die Dinge seien “schnell genug”.

Neulich scrollte eine lustige Gegenüberstellung an mir vorbei. Da hat sich einer der Väter von Extreme Programming vorgenommen, jetzt mal einen Sudoku-Löser zu programmieren. Der hat mehrere Blogposts dazu gemacht. Er hatte ein festes Dogma, wie man an sowas herangeht, aber offensichtlich keine Vorstellung, wie man diese Art Problem löst. In den Blogeinträgen beschreibt er jeweils, wie er Tests programmiert und ein neues Darstellungsformat ausprobiert. Am Ende scheitert er. Die Gegenüberstellung ist ein relativ bekannter Google-Ingenieur. Der hat auch ein Blogposting geschrieben. “Ich schreibe jetzt mal einen Sudoku-Löser”. Dann hat er sich hingesetzt, beschrieben, wie man sowas macht, und einen Löser geschrieben. Ein Blogpost.

Es ist einfach, nach sowas über Extreme Programming zu lachen. Aber ich glaube, dass wir über noch ganz andere Dinge lachen sollten. Ich glaube, dass wir einige sehr fundamentale Dinge in Sachen Softwareentwicklung schlicht noch nicht verstanden haben. Nicht nur das: Die Leute setzen systematisch Scheuklappen auf, um zu verhindern, sich damit auseinandersetzen zu müssen.

Ich habe einmal einen Code Audit einer Webplattform gemacht. Normalerweise drücken sich Auditoren um sowas, weil man befürchten muss, dass sowas in PHP oder — schlimmer noch — Perl geschrieben ist. Das sind klassische Write-Only-Programmiersprachen. Da kann nach einer Woche auch der Typ, der es geschrieben hat, nicht mehr sagen, was dieser Code hier eigentlich tun sollte. In diesem Fall war es Perl. Wir machten drei Kreuze und fingen an. Und jetzt der Schocker: Das war wunderbar lesbarer Perl-Code. Kommentiert. Minimal. Die Firma hatte beschlossen, dass das Verbessern von bestehendem Code genau so wertvoll ist wie das Schreiben neuen Codes. Eher noch wertvoller. Wenn ein Mitarbeiter inzwischen dazugelernt hat, dass man Problem X besser so löst als wie wir das damals gemacht haben, dann geht er hin und löst es so. Unlesbarer Code wurde konsequent nicht gedulded. Fiese Konstrukte wie eval waren verpönt und nur unter strikten Ausnahmeregelungen erlaubt. Dieser Perl-Code war besser auditierbar als der durchschnittliche C++-Code. Lektion: Es liegt nicht an der Programmiersprache. Es liegt daran, dass die Firma der Lesbarkeit von Code einen Wert zuweist.

Der oben erwähnte “war am Ende 50% schneller”-Code hat dem Management so gut gefallen, dass sie gesagt haben: Geil, shippen wir. Das war cooler Rockstar-Code, aber das war kein Produkt. Für eine Firma dieser Größe und Erfahrung war es kein Problem, aus dem Codehaufen ein Produkt zu machen, das technisch den Anforderungen genügte.

Aber wenn ich da jetzt als Auditor hinkomme und sage: Schaut mal hier, das ist eine schlechte Idee, ändert das mal lieber! Dann sagen die mir: Können wir nicht; Eine Änderung hier könnte unvorhergesehene Auswirkungen über das ganze Produkt haben. Das Risiko können wir nicht eingehen.

In fast allen Großkonzernen, in denen ich bisher Einblicke in diesen Aspekt gewinnen konnte, gibt es große Codemassen, deren Wartbarkeit Nahe Null ist. Weil die Firmen es nicht geschafft haben, ihre Mitarbeiter dazu zu motivieren, alten und schlechten Code Schritt für Schritt besser zu machen. Stattdessen gibt es üblicherweise eine Kultur des Drucks, neue Innovationen zu programmieren.

Es ist schockierend, wie wenige Jahre ins Land streichen muss, bis aus einem innovativen Stück Rockstarcode ein unwartbarer Haufen Legacy geworden ist.

Zusammenfassung: Firmen überbewerten “wir müssen das ans Laufen bringen” und unterbewerten “wir müssen dafür sorgen, dass das auch wartbar ist”. Es werden immense Geldmengen dafür verbrannt und Mitarbeiterberge damit verschlissen, ungepflegten alten Code weiter ungepflegt zu halten, aber noch Dinge ranzupflanschen. Ich glaube, wenn wir hier das Anreizsystem umdrehen könnten, könnten wir auf einen Schlag die Softwareentwicklung umkrempeln und Deutschland zum Weltmarktführer machen.

  • [l] BND und Bundeswehr beauftragen Firmen aus dem CIA- und NSA-Umfeld, konkret Attensity und Palantir. Attensity sagte mir gar nichts vor dieser Meldung. Hier ist, was der Einsender zu denen herausgefunden hat:

    hier noch eine kleine Ergänzung: Attensity ist beteiligt an der Entwicklung von SMILA, einem Eclipse-Projekt. SMILA ist ein (OS-)Framework zur Analyse und Indizierung unstrukturierter Daten. Die ursprünglichen (deutschen) Autoren arbeiten im Eclipse-Projekt u.A. mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) zusammen. Attensity kam erst später dazu.

Da zeigt sich mal wieder, dass man an gewissen Feldern am besten gar nicht herum forscht, weil das am Ende nur den Militärs beim Töten hilft. Attensity hat laut der Meldung oben konkret Lehrgänge für das Kriegsministerium durchgeführt. Attensity und Palantir wurden vom Risikokapitalarm der CIA, In-Q-Tel, finanziert. Attensity bietet Natural Language Processing auf Volltextdaten an. Das ist seit Jahren der feuchte Traum der Geheimdienste, dass sie alle ihre abgefangenen und eingesammelten Daten einfach in einen großen Computer reinpumpen, und auf der anderen Seite fällt eine Datenbank mit Zusammenhängen und Verbindungen raus. Als ich mich mit dem Forschungsbereich beschäftigt habe, vor vielen Jahren, war das alles noch nichts. Ob das inzwischen besser geworden ist, kann ich gerade nicht beurteilen. Die Selbstdarstellung klingt durchaus hochtrabend.

With sophisticated categorization and linguistic knowledge models for Retail Banking, Insurance, Telco, Consumer Electronics and Hospitality, Attensity helps you discover key patterns, trends, insights, anomalies and themes hidden in unstructured text. Powerful knowledge engineering and intuitive workflow allows clients to customize the linguistic models to match the intricacies and subtleties of their market place, industry and customers.

Rein intuitiv würde ich erstmal laut Bullshit rufen. Aber wer weiß. Solche Buzzwords gab es auch damals schon. War nicht viel hinter.Die andere Firma, Palantir, ist hingegen ein alter Bekannter. Die fallen seit Jahren dadurch auf, noch hipsteriger als die anderen Hipster zu sein. Schon der Name ist eine Frechheit (ein Palantir ist beim Herrn der Ringe eine Art Glaskugel, im Film sieht man Saruman mit einem Palantir. Die positionieren sich als Nerds, um Nerds als Mitarbeiter einzusammeln. Ihre Produkte heißen Gotham und Metropolis. Das ist auch so “du pumpst deine Rohdaten bei uns rein und wir generieren dir Zusammenhänge daraus”-Geschichten. Unter der Hand hört man häufiger, dass die Dienste mit den Palantir-Produkten zufrieden sind, aber ich halte sowas für selbsterfüllende Prophezeihungen und pseudoreligiöse Effekte wie auch bei den Ayn-Rand-Gläubigen. Um solche Tools zu kaufen, muss man fest daran glauben, dass der Computer Dinge sehen kann, die ich nicht sehen kann, und dann nimmt man die Ausgaben von solchen Tools eben auch als göttliche Vorsehung hin. In früheren Zeiten hatte man für sowas Leute wie Hanussen. Aber das Potential besteht natürlich, dass die Dienste tatsächlich mit solchen Tools Zusammenhänge über uns dataminen können. Daher predigt der CCC ja seit vielen Jahren Datensparsamkeit. Denn nur wenn Daten nicht anfallen, kann man daraus nichst dataminen. Zu Palantir und Attensity gibt es auch Wikipedia-Seiten. (Danke, Reiner)

  • [l] Die Süddeutsche Zeitung klärt auf: Warum Deutschland eine NSA brauchtUnd, weiter unten dann:

    Ein angemessen ausgestattetes BSI wäre das, was man sich unter einer guten NSA vorstellen könnte.

Alleine die Vorstellung einer “guten NSA” zeigt, dass da einige Leute immer noch im freien Fall sind und noch nicht den klärenden Einschlag erlebt haben.Und überhaupt, eine “gute NSA” schaffen, was kann DA schon schiefgehen!1!! (Danke, Norbert)

  • [l] Wollt ihr mal sehen, was passiert, wenn man Inhalte hostet, die in der russischen Föderation für illegal befunden werden? Von einem Betreiber eines Tor2web-Gateways:
    Направляется уведомление о внесении в «Единый реестр доменных имен,
    указателей страниц сайтов в сети «Интернет» и сетевых адресов,
    позволяющих идентифицировать сайты в сети «Интернет», содержащие
    информацию, распространение которой в Российской Федерации запрещено»
    следующего(их) указателя (указателей) страницы (страниц) сайта в сети
    «Интернет»: https://xyz/ .
    
    В случае непринятия провайдером хостинга и (или) владельцем сайта мер по
    удалению запрещенной информации и (или) ограничению доступа к сайту в
    сети «Интернет», будет принято решение о включении в единый реестр
    сетевого адреса, позволяющего идентифицировать сайт в сети «Интернет»,
    содержащий информацию, распространение которой в Российской Федерации
    запрещено, а доступ к нему будет ограничен.
    
    Сведения о включении доменных имен, указателей страниц сайтов сети
    «Интернет» и сетевых адресов доступны круглосуточно в сети «Интернет» по
    адресу http://eais.rkn.gov.ru .
    
    С уважением,
    ФЕДЕРАЛЬНАЯ СЛУЖБА ПО НАДЗОРУ В СФЕРЕ СВЯЗИ, ИНФОРМАЦИОННЫХ ТЕХНОЛОГИЙ И
    МАССОВЫХ КОММУНИКАЦИЙ.

It is notice of making an entry into the “Unified register of domain
names, Internet web-site page links and network addresses enabling to
identify the Internet web-sites containing the information prohibited
for public distribution in the Russian Federation” the Internet web-site
page (s) link (s): https://xyz/ .

In case the hosting provider and (or) the Internet web-site owner fail
to take these measures, the network address enabling to identify
Internet web-sites containing the information prohibited for
distribution in the Russian Federation will be decided to be entered
into the Register and access will be limited.

The information about entering the domain names, Internet web-site page
links and network addresses into the Register shall be available on a
24-hour basis at the following Internet address:
http://eais.rkn.gov.ru/en/ .

Federal Service for Supervision in the Sphere of Telecom, Information
Technologies and Mass Communications (ROSKOMNADZOR).

Ich finde das ausgesprochen cool, dass die die Leute darüber benachrichten. Geradezu vorbildlich! Macht Deutschland das auch?Update: BPjM verschickt anscheinend auch Mails, hier ist eine.

  • [l] Hat die CIA damals Dag Hammarskjöld umgebracht?

    1961 starb UN-Generalsekretär Hammarskjöld bei einem Flugzeugabsturz. Ein Zeuge nährt nun den Verdacht, dass der US-Geheimdienst CIA die Maschine aus politischen Gründen abschoss. Die USA ignorieren UN-Forderungen, Akten herauszugeben.

    Ja wie, natürlich ignorieren die die UN-Forderungen. Wo kämen wir da hin, wenn die USA irgendjemandem Rechenschaft schuldig wären! (Danke, Dietrich)

  • [l] Früher fuhr man auf Musik-Festivals, um der Zivilisation und ihren Vor- und Nachteilen zu entgehen. Heute fährt man hin und die Polizei scannt mal eben die Gesichter aller Besucher. Aus, äh, Sicherheitsgründen. Ach kommt, habt euch nicht so, das waren doch bloß 90000 Scans. Und überhaupt, was soll die Aufregung, das haben wir doch verdeckt gemacht. Das hätten die Leute gar nicht gemerkt, wenn da jetzt nicht ein paar Blogger Sommerloch spielen würden!1!!
  • [l] Beetlebum denkt über Cloud Computing nach, weil WLAN gerade nicht ging. Dem sollte man häufiger mal das WLAN abschalten🙂 (Danke, Jochen)
  • [l] Julian Assange im Interview bei Democracy Now über TPP:

    It is mostly not about trade. Only five of the 29 chapters are about traditional trade. The others are about regulating the Internet and what Internet—Internet service providers have to collect information. They have to hand it over to companies under certain circumstances. It’s about regulating labor, what labor conditions can be applied, regulating, whether you can favor local industry, regulating the hospital healthcare system, privatization of hospitals. So, essentially, every aspect of the modern economy, even banking services, are in the TPP.

    Wir sollten also aufhören, das Wort “Freihandelsabkommen” zu verwenden.

  • [l] Benutzt hier jemand NOD32-Schlangenöl? Ich finde es ja lustig, dass die da von “Fehler” reden. Bei den meisten “Antiviren” ist das ein Feature. Damit die Funktion “Rootkit entfernen” angeboten werden kann.Aber hey, ich bin mir sicher, die Fachpresse macht bald wieder einen Schlangenöl-Vergleichstest. Damit ihr nur das kauft, das am schönsten schlängelt!
  • [l] Uiuiui, Warner Brothers stoppt den Verkauf der PC-Version von Batman Arkham Knight. Das Spiel war so schlecht (vor allem anscheinend unfassbar langsam), dass es auf Steam ein “Mostly Negative”-Rating gekriegt hat. Und das ist wichtig, weil Steam kürzlich “Dieses Spiel ist Scheiße, ich will mein Geld zurück” eingeführt hat. Das Batman-Game ist der erste Blockbuster-Titel seit dieser Änderung. Sie erwähnen den Zusammenhang nicht in der Meldung oben, aber ich glaube, dass das der Hintergrund ist.Und da stellt sich dann völlig überraschend heraus, dass wenn der Hersteller Konsequenzen zu befürchten hat, er seine Kunden nicht mehr wie ein Stück Klopapier behandeln kann. Vielleicht sollten wir das auch mal in anderen Bereichen ausprobieren? Ich sag mal: “Diese Sturmgewehre waren Scheiße, wir wollen unser Geld zurück!” :-)Man stelle sich mal vor, was die Telcos plötzlich für einen Service anbieten würden, wenn es sich für sie nicht mehr wirtschaftlich lohnen würde, die Kunden wie Scheiße zu behandeln!
  • [l] Finnland testet mal das bedingungslose Grundeinkommen. Von wegen “geht nicht” und “unrealistisch”!Update: Auch Utrecht startet ein Experiment!
  • [l] Was tut man so als Armee, wenn man den Auftrag hat, die Rebellen zu bekämpfen, und man hat keine Erfolge vorzuweisen? Na klar! Man tötet halt ein paar Zivilisten und behauptet, das seien Rebellen gewesen.Das behauptet Human Rights Watch über die Armee von Kolumbien. Ich für meinen Teil würde mich wundern, wenn die Amis die einzigen wären, bei denen sich immer alle Drohnenmordopfer nachträglich mysteriös als die rechte Hand von Bin Laden herausstellen.Update: Zu der Situation in Kolumbien wurde mir auch dieses Video hier empfohlen.
  • [l] Oh gut, Dick Cheney ist wieder da, um die USA zu erinnern, wieso sie mehr Kriege führen müssen.

Wed Jun 24 2015

      • [l] Benutzt hier jemand Acrobat Reader unter Windows? (Video)Ich benutze ja für PDF dieser Tage hauptsächlich mupdf (unter Windows in Form von SumatraPDF). Habe ich nicht auditiert, insofern kann das auch ganz übel sein. Aber die Engine ist klein und schnell rendert ordentlich und ist GPL. Und nicht von Adobe. Gibt es auch für Android. Oh ich sehe gerade, dass die auch einen nativen Windows-Viewer haben inzwischen, muss man nicht mehr SumatraPDF nehmen.

Aha, und, mit was für Lobbyisten hat er sich so getroffen? Quadrature du Net? Edri? Menschenrechtsorganisationen? Sachverständige? Nein, nein, alles nein.

Günther Oettinger, in der EU-Kommission für die digitale Wirtschaft zuständig, hat sich in der ersten Jahreshälfte fast ausschließlich mit Lobbyvertretern der Industrie getroffen. Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, Think Tanks und Kommunalverwaltungen seien nur in 11 Prozent seiner insgesamt 366 Lobbymeetings zum Zuge gekommen, hat Transparency International ermittelt.

366 Treffen mit Lobbyisten in einem halben Jahr! Respekt, Herr Oettinger! Da klingelt ja bestimmt die Kasse!1!!Nicht was ihr jetzt wieder denkt. Spesen für neue Schuhe!

    • [l] Und wo wir gerade bei der Vorratsdatenspeicherung waren, die ja, wir erinnern uns, nur gegen schwerste Verbrechen und unter strengsten Auflagen eingesetzt werden darf… naja gut, und gegen Diebstahl. War ja klar. Wer Politikern ihre Versprechen glaubt, hat Schwarz-Rot auch verdient.
  • [l] Habt ihr euch gefragt, wie das auf dem Parteikonvent der Verräterpartei so abgelaufen ist, als die die Vorratsdatenspeicherung durchgewunken haben?Hier berichtet eine Augenzeugin. Es geht gut los:

    Heiko Maas brachte den Initiativantrag des Parteivorstands ein, informierte über den Gesetzesentwurf, erläuterte seine Verhandlungserfolge gegenüber der CDU und begründete auch seinen Kurswechsel in dieser Frage. Er habe sich gefragt, was passieren würde, wenn es in Deutschland einen Terroranschlag gäbe.

JA SUPER! Genau so entscheidet man Sicherheitsfragen! Mit Panikmache bezüglich des Worst Case!Aber das reichte noch nicht. Daher halfen die lupenreinen Demokraten ein bisschen nach:

In manchen Landesverbänden wurden Delegierte zu Einzelgesprächen mit prominenten Vertreter*innen der Parteiführung oder der jeweiligen Landes-SPD gebeten, in denen auch ihre persönliche Zukunft in der SPD diskutiert wurde.

Und DIE wagen es, die SED wegen ihres Gebahrens zu DDR-Zeiten zu kritisieren!?

Mir sind einige begegnet, die explizit froh waren, dass sie die Freiheit genießen „nichts mehr werden zu wollen“.

Schöne Karriere haben Sie da! Wäre doch schade, wenn der *Vase runterwerf* was *splitter* zustoßen würde!Aber wartet, das war noch nicht der schlimmste Teil. Das hier ist der schlimmste Teil:

Noch bedenklicher fand ich aber, dass in mindestens einem Landesverband darüber diskutiert wurde, wie sich die Höhe des Zuschusses der Bundes-SPD für anstehende Landtagswahlkämpfe, bei welchem Verhalten der Delegierten, verändern könnte – natürlich zum Negativen.

Alter Schwede!

  • [l] Aus einer Mail:

    Es geht darum, wie die Leute, die der Verfassungsschutz (und wohl auch andere Behörden) mit falschen Papieren ausstattet, um Legenden zu erstellen, daran kommen.Das läuft so ab: Da kommt ein Herr vom VerfS zum Einwohnermeldeamt, weisst sich aus, wird zum Chef vorgelassen. Er füllt einen Antrag aus, was im neuen echten falschen Ausweis stehen soll und reicht das passende Foto dazu ein. Der Vorgang wird vom Chef der Behörde in ein spezielles, extra für solche Fälle vorgesehenes Programm eingegeben (das heißt auch “Spezial”🙂 ). Dann geht der Auftrag zur Bundesdruckerei. Diese kann nicht erkennen, dass es sich um eine Legende handelt, weil die Daten und Dokumente, die da ausgetauscht werden, sich nicht von normalen Anträgen unterscheiden. Nur der Behördenleiter weiss Bescheid. Wenn der neue Ausweis da ist, kommt wieder ein Herr vom VerfS, weist sich aus, und holt den Ausweis vom Einwohnermeldeamt ab. Diejenige Person, für die der Ausweis bestimmt ist, tritt anders als bei echten Ausweisen überhaupt nicht in Erscheinung. Zur Größenordnung: Nach Auskunft meines Bekannten kommt das in der Gemeinde, die die Größe einer mittleren Kleinstadt hat, ca. einmal im Quartal vor, dann aber manchmal gleich für mehrere.

Update: Hier kam noch eine Mail von jemandem rein, der in der Nähe dieser Software in der IT arbeitet. Der erklärte, dass es da keine Software namens Spezial gibt, sondern dass es eine Selektion namens Spezial gibt. Die ist für Fälle gedacht, bei denen die Person nicht im Melderegister geführt ist, also eigentlich z.B. für Obdachlose. Und die Selektion nehmen die dann eben auch für die Tarnidentitäten.

    • [l] Ich habe einiges Feedback zu meinem Medienkompetenz-Posting gekriegt. Einerseits steht natürlich immer der Vorwurf im Raum, ich würde mir das zu einfach machen, und Medienkompetenz als Ausrede benutzen, um das zu kaschieren, wenn ich einen Artikel nicht ganz gelesen habe und Unsinn gepostet habe. Andererseits wird gelegentlich der Anspruch an mich herangetragen, ich möge doch lieber ein paar lange Artikel mit Reflektion und Recherche machen als lauter kurze Links.Ich möchte zu beidem kurz Stellung nehmen. Erstens: Das habe ich nicht nötig, meine Fehler mit Medienkompetenzgelaber zu kaschieren. Bei mir gibt es an einigen Tagen mehr Korrekturen in Updates als Inhalt. Diesen Kritikpunkt kann ich nicht akzeptieren. Wenn ich von Training rede, meine ich auch nicht, dass ich euch plump ins Gesicht lüge (auch wenn das möglicherweise eines Tages geschehen wird, nur um mal zu sehen, was dann eigentlich passiert). Damit meine ich, dass ich einem Artikel einen Spin gebe, der nicht aus dem Inhalt des Artikels zu rechtfertigen ist. Um das festzustellen, müsst ihr selber den Artikel lesen und verstehen. Das will ich gerne herbeiführen. Einige Leser haben mir geschrieben, dass sie mein Blog als Linksammlung sehen, und lieber nicht wollen, dass sie allen Links hinterherlaufen müssen. Die Frage war dann, ob sie mir als Linkquelle noch trauen können. Die Antwort ist: Nicht mehr oder weniger als vorher beziehungsweise als jeder anderen Quelle auch. Damit müsst ihr überall rechnen, dass eure Nachrichtenquelle aus Inkompetenz oder bösem Willen Desinformation verbreitet. Der einzige Unterschied ist, dass ich das ehrlich ansage. Zum zweiten Punkt (ich soll lieber mehr recherchieren und lange Artikel schreiben). Das wird nicht geschehen. Ich bin hier kein Krautreporter oder so. Wenn ich was längeres zu sagen habe, schreibe ich das ja auch hier, aber im Allgemeinen habe ich einfach nicht genug zu den Dingen zu sagen, um damit längere Artikel zu füllen. Und wenn ich doch mal was zu sagen habe, und hier was längeres schreibe, gibt es so gut wie jedes einzelne Mal praktisch nur negatives Feedback dazu. Ich verstehe das wohl, dass ihr (und ich ja auch!) gerne ordentlichen Journalismus irgendwo hätten, mit ordentlicher Recherche, keine Fehler machend, trotzdem zeitnah berichten, … wollen wir alle. Wird nicht geschehen, jedenfalls nicht von mir. Dafür müsste ich das zu meinem Beruf machen, und ich müsste mich jeweils auf eine Story einengen und solange alles andere ausblenden. So funktioniere ich nicht. Und das ist auch nicht mein Anspruch an mich. Ich glaube auch nicht, dass das glücklich machen kann, ehrlich gesagt. Mein Lebensmodell läuft so ab, dass ich große Aufgabe in kleinere Blöcke unterteile, und für die muss es jeweils einen messbaren Gewinn geben, der mich dann für den Rest motiviert. Das ist die Kunst bei Softwareentwicklung, dass man häufige kleinere Erfolgserlebnisse hat. Bei Recherchen zu einem großen Artikel müsste man mental so gestrickt sein, dass man die Recherchen an sich schon als Erfolg wertet, wenn man da was findet. Auch wenn man das nicht mit anderen teilt. So bin ich nicht drauf. Ich bewundere Menschen wie Gaby Weber, die das können. Ist nicht mein Ding. Aber bei Medienkompetenz, da kann ich was reißen. Das vermute ich nicht nur, das weiß ich. Von Zuschriften, die ich kriege. Nicht nur bei Politik, auch bei Software. Da hat vor ein paar Tagen jemand gatling bei Hacker News gepostet, mailte mir jemand. Bei den Kommentaren gab es dann so Sachen wie “das behaupten ja alle Webserver von sich, schnell zu sein”. Ja, heute. Damals nicht. Damals gab es keine skalierenden Open Source Webserver (die ältesten Dateien im CVS sind von Oktober 2003). nginx kam nach gatling (AFAIK). Ob es lighttpd schon gab, weiß ich nicht mehr. Kann sein, aber ich habe erst deutlich später davon gehört. Hier habe ich also den Trend gestartet oder ihm vorgegriffen. Ein anderer Kommentar dort war, ach der Fefe, der kann ja kein C. Mit Verweis auf einen Bug, den ich 2007 oder so gegen gcc gefiled hatte, weil gcc anfing, ein assert wegzuoptimieren, weil es signed integer overflow hatte, was in C undefined behavior ist. Heute ist das schon fast Allgemeinwissen, aber damals war es das nicht. Nicht nur war es das damals nicht, ich bilde mir auch ein, da als einer der ersten drauf hingewiesen zu haben. Nicht nur dass das passiert, sondern auch dass das Security-Implikationen hat. Klar kann man da heute drauf zeigen und sagen: haha, der Fefe, der macht lauter offensichtliche Dinge. Oder man kann sagen: Fefes Ansatz funktioniert, unter anderem Dank seiner öffentlichen Hinweise ist das heute bekannt und ein alter Hut. Ich weiß, dass ich beim Programmieren erfolgreich einige Ideen verbreitet habe. Und ich glaube auch zu wissen, dass das beim Blog funktioniert. Das scheint also eine meiner Stärken zu sein, das sollte ich weiter machen. Update: Eine Sache noch. Ein Talking Point zu mir ist auch häufig “Der Fefe hat viele Leser, der hat eine Verantwortung!” Sehe ich genau so! Deshalb mache ich das Medienkompetenztraining ja. Wenn ich morgen vom Bus überfahren werde, und meine Leistung war, dass ich euch Links vorgefiltert habe, dann ist das weg, wenn ich weg bin. Wenn meine Leistung war, dass ich euch trainiert habe, Bullshit als solchen zu erkennen, dann lebt das weiter. Was ich hier mache, mache ich zum großen Teil gerade deswegen, weil ich glaube, in der Verantwortung zu sein. Ich rede hier manchmal flapsig von meinem Bildungsauftrag, aber bei allem Humor: Das sehe ich wirklich so.

Ja super! Windows-Updates zeitnah einspielen ist eh total überbewertet!1!! Wir haben hier Schlangenöl ausgerollt, wir brauchen keine Updates. (Danke, Torsten)

Tue Jun 23 2015

  • [l] Das Pentagon hat mal ein Buch mit ihren Regeln der Kriegsführung veröffentlicht. Highlights:

    It says it’s OK to shoot, explode, bomb, stab or cut the enemy. Surprise attacks and killing retreating troops also are permitted. But a U.S. warrior may not use poison or asphyxiating gases.[…]

    “In general, journalists are civilians. However, journalists may be members of the armed forces, persons authorized to accompany the armed forces, or unprivileged belligerents.”

    Mit anderen Worten: Journalisten umbringen ist erlaubt. Begründung: Der Feind hält sich nicht an unsere Standards!1!!

    “It’s a realization that not everyone abides by the same standards we do,” said Mr. Rubin. “Just as Hamas uses United Nations schools as weapons depots and Iran uses charity workers for surveillance, many terrorist groups use journalists as cover.”

  • [l] Boah ist das eine Frechheit! Das neue Batman-Spiel hat dank einer Kooperation mit Nvidia bessere Effekte auf Nvidia-Grafikkarten. Wir brauchen offensichtlich Netzneutralität auch außerhalb von Netzen. Man stelle sich mal vor, auf der Autobahn gäbe es eine Abkürzung für Audi-Fahrer! Boah über sowas könnte ich mich ja stundenlang aufregen. Braucht man dann in Zukunft einen PC für jede Hardware-Kombination, damit alle Spiele gut aussehen?
  • [l] Im “Stern” gibt es eine unscharfe Verschwörungstheorie über Schily, die Rothschild-Bank und Funktionäre des Diktators von Kasachstan. Hier ist ein konkretes Detail:

    Genauer bekannt ist, welche Deals Otto Schily mit den Kasachen schon gemacht hat. Der ehemalige Innenminister war im Jahr 2006 bei der Biometrie-Firma Safe ID Solutions eingestiegen, ging dort in den Aufsichtsrat. Ein Jahr später beteiligte sich – ohne dass das groß auffiel – der kasachische Staatsfonds an dem Unternehmen.

    Oh, ach? Na sowas!

  • [l] Die Polizei, dein Freund und Helfer:

    The second of two former U.S. agents charged with pocketing hundreds of thousands of dollars in digital currency reached a plea agreement with prosecutors.Carl Force, a former U.S. Drug Enforcement Administration Agent, was charged with taking Bitcoins during the investigation of the illegal Silk Road Internet drug emporium

  • [l] Old and busted: Polizei misshandelt Zivilisten.New hotness: SEK misshandelt SEK-Anwärter. Offenbar Teil eines Initiationsrituals oder so.
  • [l] Eigentlich ist es ja schade, dass “investigativer Journalist” ein Begriff ist.War das nicht früher mal Bestandteil der Bedeutung von “Journalist”? Was ist denn bitte ein nicht-investigativer Journalist?
  • [l] Na endlich kommt mal was zu NSA/GCHQ und Schlangenöl. Da warte ich ja seit Jahren drauf! Es ist ungefähr so, wie man sich das denken würde:

    Cybersecurity companies, including the Moscow-headquartered Kaspersky Lab, were targeted by government agencies to gain intelligence of the latest exploits. Details of the security software’s inner workings were deciphered by agencies through a process called software reverse engineering (SRE), which allowed them to analyze and exploit the software suites.

    Seit Jahrzehnten sage ich das, dass man sich mit “Personal Firewalls” und “Antiviren” die Angriffsoberfläche vervielfacht. Aber ich bin mir sicher, die “Fachpresse” wird weiterhin Antiviren empfehlen und Vergleichstests machen, welches Schlangenöl am schönsten schlängelt.

    Documents also disclosed efforts by the NSA of intercepting “leaky” data being sent from users’ computers to the Kaspersky Lab servers. Such data, including sensitive user information, was embedded in “User-Agent” strings in the HTTP requests and could be used to assess and track users’ activity.

    Ja na sowas! Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen!1!! Oh, warte.

  • [l] Hier ging eine Mail ein, die ich mal mit meiner Antwort ins Blog tun will.

    In letzter Zeit scheint es mir, als würdest Du Artikel nur überfliegen, da Dir imho inhaltliche Fehler in deinen Kommentaren passieren._Frank Hanebuth_: Du schreibst “/Der beste Rechtstaat, den man für Geld kaufen kann!/”

    Jedoch ist es in Spanien Recht, dass die Untersuchungshaft bis zu 4 (vier) Jahren andauern darf.

    Ich kriege in letzter Zeit einige dieser Mails, und das freut mich sehr. Um das vorher zu sagen: Natürlich passieren mir Fehler. Aaaaber.🙂 In der Mehrheit der Fälle ist das Absicht.Ich habe ja hier schon häufiger gesagt, dass es mir darum geht, bei meinen Lesern die Medienkompetenz zu stärken. Und genau wie ich selbst über die Jahre dazu lerne, wie Medien-Strategien funktionieren, genau so muss ich auch meine Strategien anpassen. Ich habe ja schon relativ früh angefangen, in meinen Kommentaren den Inhalten der verlinkten Artikel zu widersprechen. In den letzten Jahren habe ich mich dann entschieden, die Widersprüche impliziter zu machen. Auf mögliche Gegenargumente in dem verlinkten Artikel gar nicht mehr einzugehen. Denn so funktionieren ja auch die realen Nachrichten mit ihren Widersprüchen zwischen Überschrift und Volltext. Wenn “Studien” als Referenz für irgendwelche Aussagen genommen werden, die sie gar nicht stützen. Ganz so weit gehe ich nicht, ich bin (abgesehen von Fehlern, die mir auch passieren) im Allgemeinen durchaus der Meinung, dass meine Kommentare gerechtfertigt sind. Aber ich nenne die Schritte dazu nicht mehr. In der Hoffnung, dass das den Lesern auffällt, und sie ein bisschen darüber nachdenken, und am Ende weniger anfällig für diese Art von Bullshit-Argumentation werden.

    In diesem konkreten Fall ist das inhaltliche Gegenargument gegen meinen Kommentar, dass 4 Jahre U-Haft in Spanien legal sind. Nach 2 Jahren muss dann der Richter mal prüfen, das ist in diesem Fall passiert. Man könnte also sagen: Das System funktioniert wie geplant. Aber Rechtsstaatlichkeit beinhaltet eben auch so Konzepte wie dass man sich gegen Inhaftierung juristisch wehren kann. So ist ja auch diese Prüfung gemeint. Wenn die Fakten so sind, wie der Artikel sie beschreibt, dann war diese Prüfung eine Farce. Und das verletzt die Rechtsstaatlichkeit, weil der Mann hätte freigelassen werden müssen.

    Ist das jetzt besser, wenn ich das ausführlich hinschreibe? Keine Ahnung. Aber ich habe mir schon was dabei gedacht, das so zu machen. Möglicherweise mache ich es falsch. Aber im Moment habe ich den Eindruck, dass es funktioniert. Ich kriege jedenfalls fragende Mails zu solchen Blogpostings, und das freut mich sehr.

    Der zweite Teil der Mail geht um die Kleiderkammer der Bundeswehr.

    _Kleiderkammer der Bundeswehr_: Du schreibst: “/Ich finde es immer wichtig, auf solche Fälle hinzuweisen, weil man ja immer wieder von Neocons hört, dass sowas wie BER nicht passiert wäre, wenn man nur ordentlich privatisiert hätte/.”Im Artikel wird allerdings explizit auf einen Prüfbericht hingewiesen, der das Scheitern dem Verteidigungsminister anlastet, also scheinbar nur teilweise der privaten Firma.

    Zitat: “/In einem weiteren Bericht hatten Prüfer als Ursache für das Scheitern der Ausrüstungsfirma mangelnde Kompetenz auf Seiten des Bundes genannt. Im Verteidigungsministerium fehle es schlicht an Betriebswirten, um eine solche Firma führen zu können./”

    Stimmt, das steht da. Der Punkt, von dem ich hoffte, ihr habet ihn noch im Hinterkopf, ist, dass die Bundeswehr McKinsey ins Boot geholt hat, und dass hier nicht dran steht, welcher Prüfer da zu welchem Zweck gegenüber wem welche Prüfung durchgeführt hat. Damit muss man annehmen, dass die Prüfung von McKinsey kam, und McKinsey wird bei Privatisierungen immer sagen, da sei halt nicht genug privatisiert worden. Das ist das Neocon-Dogma. Und mehr Privatisierung = mehr Beratungsbedarf durch McKinsey.Dieser Teil schwang nur implizit mit, aber der Hinweis mit dem Neocon-Gedankengut und “halt nicht genug privatisiert” war ja schon explizit da. Ich dachte, das sei offensichtlich genug🙂

    So, ich hoffe, das damit ein bisschen aufgeklärt zu haben.

    Meine Rolle als Blogger ist ja auch schwierig, denn auf der einen Seite ist so ein Blog natürlich dazu da, dass ich meine Meinung zu Dingen transportieren kann. Auf der anderen Seite will ich aber gerade vermeiden, meine Meinung als Fakten darzustellen, sondern ich will, dass ihr euch eure eigene Meinung bildet. Ich versuche das zu lösen, indem ich zu besonders klaren Fällen meine Positionen ausrolle, und bei weniger klaren Fällen dann wenig bis gar keine Wertung dranschreibe, oder eher nebulöse Anmerkungen. Der Erfolg der Strategie ist bisher noch nicht so klar messbar, weil das Feedback eher das ist, dass Leute dann halt den Scheiß da rein lesen, den ich extra nicht gesagt habe, und mir daraus dann irgendwelche Antisemitismus- oder Rassismus- oder Misogynie-Keulen zu basteln versuchen. Aber damit muss ich wohl leben.

  • [l] Die britische Ärzteschaft glaubt, dass TTIP ihr NHS kaputtmachen wird. NHS ist deren Gesundheitssystem.

    doctors argued that the proposed Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) was designed to meet the interest of private corporations and will open up the health service to privatisation by US firms.

    Da sollten wir bei uns vielleicht auch mal drüber nachdenken?

  • [l] GCHQ found guilty of illegal spying on human rights groups.Und alle: Nein! Doch!! Ooooh!!!
  • [l] Die Washington Post hat gerade eine schöne Retrospektive auf The L0pht und die frühen Internet-Hackergruppen-Tage in Boston.
  • [l] Aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle erreicht mich gerade der Hinweis, dass diese APT28-Malware, von der da angeblich im Bundestag ein Abkömmling gefunden wurde, laut Insidern der Schlangenölbranche nicht für rein russisch gehalten wird, sondern von mehreren Staaten eingesetzt wird. In diesem Fall, so gerüchtetet es, sei der plausibelste Kandidat die Ukraine.Ich möchte an der Stelle nochmal wiederholen, dass ich Malware-Attribuierung für Bullshit halte, und die ganze AV-Industrie für Schlangenölverkäufer. Aber wenn man mal unter der Annahme operiert, dass hier ein Staat eine gezielte Malware in den Bundestag eingeschleust hat, weil die wirklich dringend wissen mussten, was deutsche Abgeordnete denken, dann wäre die Ukraine ein plausibler Kandidat. Plausibler jedenfalls als die Russen, finde ich. Aber es ist und bleibt ein Gerücht, wilde Spekulation. Behandelt es auch so.
  • [l] Bei mir kamen heute mehrere verstörende Mails rein. Da behaupteten Leute, Philipp Ruch (einer der Macher vom Zentrum für politische Schönheit) sei ein U-Boot der Amerikaner, weil er 2011 für ein Flugverbot über Libyen eintrat, und das war damals auch Nato Talking Point. Völlig klar also: Uns wird hier, wie damals bei Cointelpro, von den Diensten ein U-Boot reingedrückt!1!!Leute, haltet mal bitte den Ball ein bisschen flacher. Also mal unter der Annahme, dass wenigstens einer der Einsender ein echter Leser ist und nicht irgendein bezahlter Troll. Erstens ist der Vorwurf an den Haaren herbei gezogen. Zweitens, und das ist mir fast noch wichtiger, müssen wir alle mal aufhören, mit solchen Totschlag-Parolen zu operieren. Das ist ganz unterste Schublade. Viel zu schnell, viel zu leichtfertig werden heute Leute als “Antisemit”, “Putin-Versteher” oder “der hat bei diesen Friedensdemos mitgemacht” gelabelt und dann nimmt man das als ausreichende Begründung dafür, sich nicht anzuhören, was derjenige zu sagen hat. Das geht so nicht. Egal was für ein Label das ist. Ja, auch Nazis, Antifas und Neocons muss man zuhören. Und Antideutschen. Denn wenn einer von denen ein Argument für ihre Position hat, das ich noch nicht kenne, und das mein Weltbild erschüttern würde, dann will ich das wissen! Je weiter weg der andere von den eigenen Positionen ist, desto wichtiger ist es, das man seine Argumente anhört.Und, mal unter uns, “der hat bei Friedensdemos mitgemacht” sagt mehr über denjenigen aus, der das für eine Diffamierung hält, als über den, den es diffamieren soll.
  • [l] Frank Hanebuth sitzt immer noch im Knast.Frank Hanebuth ist ein Hells Angel. Hier ist die Vorgeschichte:

    Damals hatten Zeitungen berichtet, der Partymeilen- und Rotlichtunternehmer Hanebuth zeichne für einen Bombenabschlag am Ammersee verantwortlich. Der wirkliche Täter ist aber schon lange überführt, geständig und bereits vor einem Jahr vom Landgericht in Traunstein für die Tat verurteilt worden.

    Wait, what? Wir wissen nicht nur, das es jemand anderes war, sondern wir wissen auch, wer, und derjenige ist geständig und verurteilt? Und trotzdem sitzt dieser Mann noch im Knast? Da kann man nur sagen: Der beste Rechtstaat, den man für Geld kaufen kann!Update: Beim ehemaligen Nachrichtenmagazin gibt es ein paar mehr Details zu den Vorwürfen. (Danke, Christian)

  • [l] Die vor 13 Jahren privatisierte Kleiderkammer der Bundeswehr ist insolvent und wird jetzt teuer wieder verstaatlicht. Insolvent gehen lassen wäre noch teurer, sagen sie.Ich finde es immer wichtig, auf solche Fälle hinzuweisen, weil man ja immer wieder von Neocons hört, dass sowas wie BER nicht passiert wäre, wenn man nur ordentlich privatisiert hätte. (Danke, Christian)
  • [l] MOGiS e.V. hat den Deutschen Bundestag übrigens schon letztes Jahr gewarnt, dass sie sich wahrscheinlich Malware eingefangen haben. Aber sie haben den Fehler begangen, das an die SPD zu schicken. Die SPD hat ja noch nie jemandem zugehört, der sich mit irgendwas auskennt. Das war ja klar, dass da nichts passieren würde. (Danke, Jan)
  • [l] Zu dem ägyptischen Journalisten, der da von deutschen Sicherheitskräften am Flughafen verhaftet wurde, habe ich ein Update. Erstens ist der inzwischen wieder auf freiem Fuß. Zweitens war das wohl tatsächlich eine Red Notice von Interpol und nicht bloß ein Zuruf. Bei sowas ist Deutschland dann vertraglich verpflichtet, denjenigen zu verhaften. Ob der auch ausgeliefert werden muss, ist eine andere Sache, und die wurde in diesem Fall wohl erstmal verneint. Generell darf Deutschland meines Wissens Niemanden in Länder ausweisen, wo ihm die Todesstrafe droht.

Mon Jun 22 2015

    • [l] Lesetipp: Sascha Lobo über den hier verlinkten Ekel-Tweet von SPD-Innenminister Gall.
    • [l] Hier kam mal wieder eine interessante Mail rein, die ich mal zitieren will:

      Hallo Fefe,ich bin seit einigen Monaten in Pakistan unterwegs und war auch zwischendurch in Afghanistan. um mir anzusehen, was noch so von den Buddha-Statuen in Bamiyan übrig ist.

      Gemeinhin ist ja die Theorie, dass diese von xenophoben Taliban gesprengt wurden, die andere Religionen nicht tolerieren können. Vor Ort allerdings, als ich mit den einheimischen Sprach, hörte ich oft eine ganz andere Geschichte:
      Und zwar, so die Theorie, wollte man mit der Sprengung der Statuen ein Zeichen setzen. So von wegen: “Wenn unsere Leute hier verrecken ist das dem Westen egal, was aus Ihnen wird ist dem Westen egal, Ihre Zukunft ist dem Westen egal. Das einzige was dem Westen schert, ist unsere Vergangenheit und Statuen!“ Darauf hin wurden sie gesprengt.

      Was da nun genau dran ist, weiß ich nicht. Allerdings, muss ich sagen, regt mich das sehr zum nachdenken an! So ganz abwegig finde ich das ja jetzt nicht.

      Grüße aus Pakistan

    • [l] Das ist ja inzwischen ein etabliertes Phänomen, dass Kriege mit Menschenrechten begründet werden, seit “Kommunismus-Abwehr” nicht mehr so gut läuft. Heute müssen wir “ein neues Auschwitz” verhindern und die Rechte der unterdrückten Frauen in Afghanistan schützen. Wer sich übrigens mal angucken will, wie es in Afghanistan früher aussah, bevor die Amis interveniert haben, um den Kommunismus abzuwehren, sollte sich auf eine Überraschung gefasst machen.Warum ich das erwähne? Weil es in der Telepolis ein Interview dazu gibt. Money Quote:

      In meinem Buch Operation Balkan lässt sich übrigens gut nachlesen, dass der Medieneinsatz der Auschwitzmetapher im Bosnienkrieg im Sommer 1992 auf einen dementsprechenden Auftrag der bosnischen Regierung an eine US-amerikanische PR-Agentur zurückging.

      Oh, ach? Eine PR-Agentur, ja? Wie bei den Inkubator-Babies vor dem Golfkrieg, wie?Übrigens, siehe auch: embedded feminism.

      BTW: Habt ihr das eigentlich auch gehört, wie furchtbar die Frauen unter dem ISIS-Islam zu leiden haben? Sex-Sklaven und so? Da müsste doch mal jemand einmarschieren und die ISIS-Barbaren plattmachen!

    • [l] Jaja, nee klar, Hacker fahren hessische KFZ-Zulassungsstellen runter, Hacker fahren polnische Fluglinie LOT runter, sind jetzt immer an allem “die Hacker” Schuld?! Welche Motivation kann denn bitte irgendwer haben, polnische Fluglinien oder hessische KFZ-Zulassungsstellen runterzufahren! Oder ist es nicht eher wahrscheinlich, dass die sich selbst runtergefahren haben und das jetzt auf die fiese Hacker schieben?Ich glaube denen ja allen kein Wort mehr mit ihren ganzen Hacker-Angriffen. Was zur Hölle?Oh übrigens, an das A400M-Debakel erinnert ihr euch ja bestimmt noch. Da gibt es jetzt auch News: Stellt sich raus, wenn man auf den Triebwerks-Steuerungscomputern die Software löscht, dann funktionieren die nicht mehr. DAS WAR BESTIMMT AUCH EIN HACKERANGRIFF!!1!Höchste Zeit, dass Post und Bahn mal ihr Narrativ von Streik auf Hacker ändern!1!! Das scheinen ja alle da draußen einfach so zu schlucken, wenn man ihnen sagt, da war halt ein Hacker. Supermarkt zu? Hacker! Briefmarken alle? Hacker! Post wird nicht zugestellt? HACKER!An der Vorratsdatenspeicherung ist bestimmt auch ein Hacker Schuld.

      Update: Ich höre gerade, dass ein fieser Hacker die Fertigstellung von BER schon seit Jahren verhindert!1!!

  • [l] Ich bin mir sicher, dass das Geheimdienst-Ermächtigungsgesetz durchkommt. Warum? Na weil alle Experten einstimmig dagegen sind. Das ist der beste Indikator, den wir haben, dass das durchgewunken wird.Wie schlimm ist es? So schlimm:

    Er weise “in vieler Hinsicht verfassungsmäßige Mängel” auf, “greift an vielen Punkten zu kurz” und setze “in keinem Punkt” Empfehlungen aus dem NSU-Untersuchungsausschuss des Parlaments um. Auch die “Systematik” des Gesetzes für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) werde mit neuen Verweisketten “immer schlimmer”.Mit dem Gesetz könne ein “umfassender Datenverbund der Verfassungsschutzbehörden” errichtet werden, erklärte der Karlsruher Staatsrechtler Matthias Bäcker. Die bisherige bloße Indexfunktion der Datei Nadis solle um Volltextdateien ergänzt werden, in der “beliebig viele Daten jeglicher Provenienz” gespeichert und ausgewertet werden dürften. Dabei sei “kaum noch eine Grenze zu erkennen”. Ein solcher Pool sei “nicht mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu vereinbaren”.

Natürlich nicht. Darum geht es ja auch gerade, diesen ganzen Grundrechtsscheiß endlich mal gründlich wegzumachen. Ist das noch keinem aufgefallen?

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